Wie du deinen eigenen Fantasy Roman schreibst: eine Übersicht

Du hast schon unendlich viele Romanideen, die dir im Kopf herum schwirren? Du weisst nicht, wo du anfangen sollst? Hier findest du einen roten Faden, dem du gerne folgen kannst – oder auch nicht. Das liegt ganz bei deinen persönlichen Vorlieben: Schreibst du gerne einfach drauflos oder planst du alles voraus? Dieser Artikel bietet eine kurze Übersicht über die groben Schritte, die dich vom ersten Geistesblitz zum fertigen Fantasy Roman führen.

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Aus einer Grundidee entwickeln sich durch Recherche, Brainstorming, Reflexion und Inspiration die Charaktere, die Handlung sowie das Setting deiner Geschichte. In der darauffolgenden Planungsphase konkretisierst du deine Gedanken. Wie umfangreich deine Planung ausfällt, liegt bei dir. Ich selbst plane sehr viel im Voraus. Es fällt mir leichter, versteckte Hinweise in der Geschichte zu platzieren, wenn ich schon im Voraus weiss, was in der Story passiert.

Nach der Planung folgt das eigentliche Schreiben deines ersten Entwurfes, den ich gerne „Entwurf 0“ nenne. Er ist noch unvollständig, weist Logikfehler auf und strotzt nur so vor plumpen Formulierungen. Das macht aber überhaupt nichts – ganz im Gegenteil: dein „Entwurf 0“ soll schnell geschrieben werden und wird somit nicht perfekt ausformuliert sein. In der Überarbeitungsphase kannst du dann daran arbeiten, das Beste aus dem Text herauszuholen.

Die Grundidee

Deine Geschichte fängt mit einer Idee an. Das kann ein Charakter sein, das Setting oder auch eine Szene. Du weisst noch nicht genau, was aus diesen Gedanken wird, aber du denkst ständig darüber nach: unter der Dusche, beim Busfahren, beim Waldspaziergang. Durch die andauernde Reflexion formt sich die Geschichte. Es entwickelt sich langsam die Handlung, die verschwommenen Charaktere werden immer fassbarer.

Aber woher kommen diese Ideen? Ich weiss nicht wie meine Ideen den Weg zu mir finden. Sie sind meistens einfach da. Aber manchmal inspiriert mich ein Traum, den ich interessant fand oder ein Gedicht, das mich besonders berührt hat. Beim Busfahren lasse ich meine Gedanken wandern, weit weg, in fremde Welten. Das führt oft auch zu neuem Input.

Falls du Mühe hast, neue Ideen zu entwickeln, können dich diese Tipps vielleicht inspirieren. 

Recherche und Brainstorming

Du denkst, nachdem du eine Grundidee hast, kannst du einfach anfangen zu schreiben? Bei Fantasy Geschichten muss man nicht recherchieren, da sowieso alles frei erfunden ist? Falsch gedacht!

Auf jeden Fall musst du recherchieren. Es existieren schon viele Informationen über alle möglichen mythischen Wesen, griechische, römische oder nordische Mythologie, Legenden und Sagen. Du kannst dieses Grundwissen nicht einfach ignorieren und alles neu erfinden.

Es ist wichtig, das Wissen zu kennen, das schon da ist. Danach kannst du dich immer noch entscheiden, deiner Geschichte eine andere Richtung zu geben. Solange es eine bewusste, wohl überlegte Entscheidung ist und es nicht amateurhaft wirkt.

Das heisst nicht, dass du jetzt Monate oder Jahre für die Recherchen zu deinem Fantasy Roman aufwenden sollst. Eine solide Grundlage reicht. Oft bemerke ich dann während dem Schreiben, dass ich zu einem gewissen Thema mehr recherchieren muss. Das kann ich zu diesem Zeitpunkt nachholen. Und mit Brainstorming und Mind-Maps bringe ich eigene Gedanken hinzu und so wird meine Grundidee immer klarer.

Das Planen

Vorausplanen der Geschichte bildet meiner Meinung nach eine solide Basis für den Roman. Wie sind die Charaktere aufgebaut? Wie sieht das Setting der Geschichte aus?

Es gibt viele Schriftsteller, die ohne Planung drauflos schreiben. Ich gehöre definitiv nicht zu diesen „entdeckenden“ Schriftstellern. Ich bereite bis zum einzelnen Kapitel einer Geschichte alles vor. Sogar wenn ich sehr kurze Geschichten schreibe, plane ich voraus.

Vielleicht bist du wie ich ein „planender“ Schriftsteller. In diesem Fall kann ich dir meine Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“ empfehlen. Im September und Oktober erscheint auf diesem Blog jeden Sonntag ein Artikel dazu. Es gibt jedes Mal Vorlagen, Tipps und eine Wochenaufgabe, die dich deinem Fahrplan zur eigenen Fantasy Geschichte näher bringt.

Planen besteht für mich aus folgenden 5 Elementen: die Grundlagen, der Plot (Handlung), die Charaktere, das Setting (Welt) und die Geschichte. Auf diese Elemente werden die Artikel in den nächsten Wochen näher eingehen.

Hier gelangst du zur Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“.

Das Schreiben

Nach der Planung folgt das eigentliche Schreiben der Geschichte. Ich habe viele Artikel gelesen, die raten, dass man den Erstentwurf schnell schreiben soll, also möglichst innerhalb von drei Monaten. Dann bleibt man motiviert, ist mit dem Kopf noch in der Geschichte drin und muss nicht immer wieder nachlesen, was man bis jetzt geschrieben hat.

Naja, bei mir hat das nicht geklappt. Ich kann dieser Aussage noch nicht zustimmen, da ich jetzt seit mehreren Monaten an meinem Erstentwurf arbeite. Trotzdem bin ich noch motiviert und voll in der Geschichte drin. Ich bin sicher, dass ich den Prozess hätte optimieren können, aber die Umstände liessen es nicht zu und das ist für mich ok.

Den Entwurf für den zweiten Teil meiner Urban Fantasy Reihe möchte ich aber auf jeden Fall innerhalb von drei Monaten fertig geschrieben haben. Dann kann ich an dieser Stelle beurteilen, ob ich dem Ratschlag eines „schnellen“ Erstentwurfes zustimmen möchte.

Während dem Schreiben ändere ich auch gewisse Aspekte an der Handlung und an den Charakteren. Ja, ich plane grosszügig vor, aber meine Planung ist nicht in Stein gemeisselt. Es ist nur natürlich, dass man während dem Schreiben merkt, dass gewisse Aspekte aus dem Plot nicht mehr passen oder gewisse Ideen doch nicht so gut waren.

Aber pass darauf auf, dass du während deinem Erstentwurf nicht zu viel an der Planung schraubst, da du den Erstentwurf sonst nie fertig kriegst. Spare dir die feineren Nuancen für die Überarbeitungsphase auf.

Neben meinem Vollzeit-Job versuche ich jeden Tag mindestens 500 Wörter zu schreiben. Das hat sich in letzter Zeit als schwierig dargestellt, aber ich bin trotzdem drangeblieben. Und das wünsche ich mir für dich auch: dass du trotz Schule, Arbeit, persönlichem Stress deinen Traum vom eigenen Buch weiterverfolgst. Nimm dir für den Anfang vielleicht einfach eine Stunde pro Tag für dein Schreibprojekt. Du hast keine Stunde Zeit? Na gut, dann fange mit dreissig Minuten an. Hauptsache du bleibst an deinem Text dran.

Das Überarbeiten

Danach heisst es: überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten. Ich nenne den Rohtext anfangs gerne „Entwurf 0„, gehe danach Kapitel für Kapitel durch, fülle die fehlenden Szenen auf und bereinige die gröberen Fehler. Das ist dann mein Erstentwurf, mit dem ich weiterarbeite.

Schlechte Textstellen und Charaktere, die man zwar lieb gewonnen hat, die aber nicht mehr zur Geschichte passen, werden gelöscht. Manchmal muss man sogar ganze Kapitel löschen und neu schreiben. Aber du darfst nicht denken, dass das Schreiben dieser „schlechter“ Kapitel verschwendete Zeit war. Nein, all diese Prozesse verbessern deine Geschichte sowie deinen eigenen Schreibstil. 

Ausserdem kann es sein, dass du mit der Zeit merkst, dass das gelöschte Kapitel doch nicht so schlecht war und es wieder in die Geschichte einfügst. Das ist der Prozess des Überarbeitens. Du schleifst so lange an deinem Text herum, bist du damit zufrieden bist. Oder eher: bis zum Abgabetermin oder deiner persönlichen Deadline. Denn ein Text ist meiner Meinung nach in diesem Sinne nie „fertig“ überarbeitet. Es gibt immer etwas, was man hätte besser machen können.

Fantasy Geschichten schreiben: Besonderheiten

Die oben erwähnten Schritte könnten so auch auf Texte aus anderen Genres angewandt werden. Was also sind die Besonderheiten beim Erarbeiten einer Fantasy Geschichte?

Unter anderem sollte man folgende Themen beim Schreiben eines Fantasy Romans besonders beachten:

Magische Systeme
Wenn in einer Welt Magie existiert, ändern sich die Rahmenbedingungen. Wie sieht das Verhältnis von Magie und Technik aus? Welches sind die Regeln des magischen Systems? Welches sind die Grenzen? All diese Fragen muss man erörtern, damit die Fantasy Geschichte nicht willkürlich erscheint.

Setting
Der Schauplatz eines High Fantasy Romans weist häufig Parallelen zum Mittelalter auf. Das Setting in Urban Fantasy Büchern kann aus einer Stadt bestehen, die von übernatürlichen Wesen bevölkert wird. Es existieren hier neue Arten von Flora und Fauna sowie neue, übernatürliche Kulturen.

Übernatürliche Wesen
In Fantasy Geschichten gibt es oft magische Wesen. Teilweise ist der Protagonist oder die Protagonistin selbst eines. Wichtig ist hier, wie man den Charakter entwickelt. Auch ein übernatürliches Wesen muss in gewisser Weise menschliche Charakterzüge aufweisen, damit sich der Leser mit ihm identifizieren kann.

Trilogien und Reihen
Es gibt im Fantasy Genre viele Trilogien und Buchreihen. Wie muss man beim Planen mehrerer Teile einer weiterführenden Geschichte vorgehen?

Auf all diese Punkte gehe ich in den nächsten Wochen hier auf diesem Blog in der Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“ näher ein, zu der du hier gelangst.

Ich freue mich schon drauf, gemeinsam mit dir, unsere Fantasy Geschichten vorzubereiten, damit wir im November mit dem ersten Entwurf starten können.

Und jetzt wünsche ich dir eine Woche voller Magie und Fantasie!

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