Plane deinen eigenen Fantasy Roman #8: Das ultimative Toolkit

Happy NaNoWriMo! Heute startet der National Novel Writing Month. Machst du mit? Falls du noch nichts vom NaNoWriMo gehört hast, kannst du hier mehr darüber erfahren. Ich für meinen Teil bin dieses Jahr zum zweiten Mal dabei und freue mich schon auf die nächsten Wochen.

Als Abschluss meiner Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“ gibt es heute ein paar nützliche Tool-Empfehlungen, die du vielleicht während dem NaNoWriMo testen möchtest.

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Dieser Blogpost über das ultimative Toolkit für Schreiberlinge ist Teil der Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“. Finde hier alle Informationen und eine Übersicht zum Planen deines fantastischen Romans. Ich wünsche dir ganz viel Spass und Erfolg für diesen NaNoWriMo!

Das Schreibprogramm

Es gibt viele Werkzeuge für das Schreiben eines Textes. Du kannst deine Geschichte von Hand in ein Notizbuch schreiben oder du arbeitest wegen dem „Schriftsteller“-Feeling mit einer alten Schreibmaschine. Du verwendest vielleicht ein Diktiergerät oder schreibst deinen Text ganz einfach in Microsoft Word.

Falls du keines der gängigen Schreibprogramme besitzt und kein Geld für eine zusätzliche Schreibausstattung ausgeben möchtest, kann ich dir OpenOffice empfehlen. Apache OpenOffice ist ein kostenloses Office-Paket, mit dem man wirklich gut arbeiten kann. Die „Luxus“-Funktionen fehlen hier im Vergleich zu anderen Textverarbeitungsprogrammen, aber die Grundfunktionen kann man definitiv mit Microsoft Office vergleichen.

Ich persönlich verwende zum Schreiben seit einem Jahr Scrivener und bin davon begeistert. Scrivener ist eine Schreibsoftware für Autoren. Und das merkt man an all den tollen Funktionen, die das Programm bietet.

Natürlich gibt es hier erst einmal das Schreiben. Man kann bei Scrivener einen Schreibmodus einschalten. Hier wird dann auf deinem Bildschirm mit Ausnahme deines Textfensters alles ausgeblendet, damit du dich nur auf deinen Text konzentrieren kannst.

Deine Kapitel kannst du in Scrivener als einzelne „Texthäppchen“ abspeichern. Im Kartenmodus wird ein Kapitel jeweils als eine Karte dargestellt, die du als Ganzes hin- und herschieben kannst. So kannst du mühelos die Reihenfolge deiner Kapitel ändern.

Sehr praktisch ist auch die Snapshotfunktion: du kannst verschiedene Stadien deines Textes als „Snapshots“ speichern. Wenn du ihn dann änderst, dir die neue Version aber nicht gefällt, kannst du wieder auf die ursprüngliche Version des Textes zugreifen.

Es ist auch möglich in Scrivener Bilder und Zeitungsausschnitte in einem Rechercheordner zu speichern. Ausserdem gibt es schon vorgefertigte Charakter- und Plotworksheets. Du kannst dir aber auch eigene Vorlagen zusammenstellen, die du immer wieder verwenden möchtest.

Lediglich die Formatierung und der Export der Texte finde ich wenig intuitiv. Aber das ist ja nicht die Hauptfunktion von Scrivener, sondern das Plotten und Schreiben deiner Geschichte.

Ich persönlich schreibe hauptsächlich auf meinem iMac und habe mir dafür die Scrivener Software gekauft. Hier habe ich Zugriff auf alle Funktionen. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne in meinem Wintergarten oder unterwegs auf meinem Ipad. Dafür habe ich mir dann die Scrivener App gekauft, die weniger Funktionen beinhaltet (ACHTUNG: die Scrivener App besitzt nicht alle oben erwähnten Funktionen!)

Meine Projekte speichere ich jeweils auf Dropbox, sodass ich erstens immer ein BackUp davon auf der Cloud habe und zweitens von jedem Gerät und überall Zugriff auf die Texte habe.

Falls Interesse an Scrivener und meinem BackUp- und Speicherprozess mit Dropbox besteht, kann ich auch gerne einen Artikel dazu erstellen. Schreib mir in den Kommentaren, falls du einen solchen Post hilfreich fändest.

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So sieht Scrivener auf dem iMac aus.

Duden, Thesaurus und Google

Neben dem Schreibprogramm verwende ich natürlich den Duden (https://www.duden.de/) und Thesaurus (https://www.openthesaurus.de/) bei der Suche nach Synonymen. Oder ich schaue mir die Definitionen an und versuche herauszufinden, ob die Bedeutung des Wortes für meine Geschichte passend ist.

Manchmal muss ich auch mit Duden, Thesaurus und Google herausfinden, ob ich jetzt wieder einen Helvetismus verwendet habe (z.B. parkieren anstatt parken). Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Schreibordner

Der Schreibordner ist der Ort, an dem ich alle Informationen zu einem Projekt sammle. Ich weiss. Der „Schreibordner“ als Begriff klingt nicht sonderlich sexy, aber der Begriff „Story Bible“, wie er sonst auf Youtube und Blogs genannt wird, finde ich noch schlechter. Deine Unterlagen sind keine Bibel und nichts Heiliges. Der Schreibordner ist ein Werkzeug: voller Notizen, Post-Its und ausgeschnittenen und kopierten Textstellen.

Den Schreibordner lege ich für jedes Schreibprojekt in digitaler und physischer Form an. Folgende Informationen könnten zum Beispiel darin gesammelt werden:

nanowrimo.org

Wenn du „offiziell“ beim NaNoWriMo mitmachen möchtest, musst du auf nanowrimo.org ein Konto eröffnen. Natürlich kannst du einfach so für dich diesen Monat an der Challenge „50‘000 Wörter in 30 Tagen“ arbeiten. Aber die Seite nanowrimo.org ist sehr nützlich.

Eröffne doch ein Konto: Es kostet nichts und du kannst ein Pseudonym verwenden, wenn du deinen echten Namen nicht preisgeben möchtest.

Dafür kannst du mit deinen Schreibbuddys Schreibgruppen gründen und dich darin mit anderen über eure Projekte austauschen.  Dir werden tolle Workbooks zum Planen, Schreiben und Überarbeiten deiner Geschichten zur Verfügung gestellt (auf Englisch).

Du hast Zugriff auf spannende Pep Talks von bekannten Autoren (ebenfalls auf Englisch). Im November kannst du am NaNoWriMo teilnehmen und im April und Juli am Camp NaNoWriMo, wo du dir eigene, persönliche Ziele setzen kannst. In Foren kannst du neue Leute kennenlernen (gibt es dann auch auf Deutsch).

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So sieht das Profil auf nanowrimo.org aus.

Schreibmotivation und Produktivität

Schreibmotivation und Produktivität: unsere zwei grössten Frenemies beim Schreiben. Wir sind alle Menschen. Es ist klar, dass wir nicht jeden Tag rund um die Uhr super motiviert, effektiv und produktiv sein können. Aber es gibt kleine Helfer, die dich unterstützen können.

Für die richtige Schreibstimmung sorgen Hilfsmittel wie Kerzen, Kaffee oder Tee als Schreibgetränk und die richtige Musik. Bis heute habe ich noch keine passende Schreibmusik gefunden, werde aber diesen November auf Spotify ein paar Songs ausprobieren.

Alternativ findest du auf Youtube auch viele unterschiedliche Playlists mit Hintergrundmusik wie „Rainy Night Coffee Shop Ambience“ oder „Cozy Italian Café Ambience“ etc.

Hilfreich finde ich auch Moodboards: Collagen aus Bildern, die die Atmosphäre deines Romans widergeben sollen. Diese kannst du mit Bildern von z.B. Unsplash oder Pinterest zusammenstellen.

Es gibt auch viele Produktivitätsapps, die dir helfen können. Ich habe bis jetzt erst Tide ausprobiert.

Mit der Tide App kann man die Pomodoro-Technik mit natürlichen Geräuschen anwenden:  Du kannst z.B. für 30 Minuten arbeiten, in denen du von der ausgewählten Hintergrundmusik begleitet wirst. Danach machst du 5 min Pause, woraufhin du weiterarbeitetst. Die Zeitabschnitte sind natürlich frei wählbar.

 

Dein Projekt, deine Ziele, deine Regeln

Das ursprüngliche Ziel des NaNoWriMos sind 50‘000 Wörter in einem Monat zu schreiben. Aber ganz ehrlich: es ist DEIN Schreibprojekt, also ist es absolut legitim, dass du dir deine eigenen Ziele setzt.

Du weisst jetzt schon, dass du die 50‘000 Wörter aus unterschiedlichen Gründen nicht erreichen kannst? Dann setz dir doch z.B. 30‘000 Wörter als Ziel. Du kannst mit diesen Wörterzahlen nichts anfangen? Dann fang doch damit an, dass du dir die Regel setzt, jeden Tag 1 Stunde zu schreiben.

NaNoWriMo war dafür gedacht, einen Monat lang an einem Roman zu arbeiten. Aber wer verbietet dir, dass du anstatt einen Roman mehrere Kurzgeschichten schreibst? Oder dass du deine bestehenden Texte überarbeitest?

50‘000 Wörter verteilt auf 30 Tage sind rund 1‘667 Wörter pro TagDu befürchtest, dass du im Laufe des Monats immer müder wirst oder die Motivation verlierst? Versuche doch einen Reverse NaNoWriMo. Darin schreibst du am Anfang des Monats durchschnittlich mehr Wörter pro Tag als am Ende. Am letzten Tag musst du dann nur noch 1 Wort schreiben.

Es ist dein Projekt, also kannst du alles machen, was du willst. Der NaNoWriMo ist meiner Meinung nach dafür da, dein Projekt weiterzubringen, dir Motivation und evt. eine Routine zu geben. Und vor allem auch dafür, neue Leute kennenzulernen, die dich inspirieren und unterstützen.

 

Fazit

Die erwähnten Tools kann ich aus meinem Schreibleben nicht mehr wegdenken. Sie haben mir sehr geholfen. Vielleicht werde ich in Zukunft andere Werkzeuge kennenlernen oder mich von einem Tool trennen. Aber bis jetzt sind das meine Favoriten. Vielleicht möchtest du ja einige davon ausprobieren? Ich hoffe, sie helfen dir genau so wie mir.

Das war der letzte Artikel zu der Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“. In den nächsten Wochen wird es keine herkömmlichen „Artikel“ auf diesem Blog geben. Dafür gibt es jede Woche ein Schreibupdate zu meinem Projekt „Die erste Kriegerin“ und Auszüge aus meinem Autorentagebuch.

Und jetzt wünsche ich dir einen super NaNoWriMo voller Magie, Fantasie und Inspiration!

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