Plane deinen eigenen Fantasy Roman

Ich bin der Meinung, dass man vor dem Schreibprozess seinen Fantasy Roman planen soll. Wenn man eine Geschichte vorbereitet, ist es leichter Hinweise sinnvoll zu verstecken. Am Ende kann man alle Fäden auf logische Weise zusammenführen, ohne in der Überarbeitungsphase alles noch einmal umschreiben zu müssen.

Deshalb habe ich für dich (ursprünglich natürlich für mich) diese Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“ entworfen. Du erhältst einen Fahrplan, dem du folgen und danach mit dem Schreibentwurf für deine Geschichte starten kannst.

Plane deinen eigenen Fantasy Roman

Das Planen einer Geschichte besteht für mich aus folgenden 5 Elementen: Die Grundlagen, der Plot, das Setting, die Charaktere und schliesslich die Geschichte. Diese 5 Themen bilden auch die Basis für die Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“. Anhand eines Beispiel-Romans mit dem Titel „Heilhexe“ zeige ich dir die verschiedenen Schritte auf, um deine Geschichte zu skizzieren. „Heilhexe“ ist keines meiner existierenden Schreibprojekte, ich habe die Geschichte nur zur Anschauung erfunden.

Wenn du deinen eigenen Text vorbereitest, musst du natürlich nicht chronologisch vorgehen. Das ist gar nicht möglich, denn das Erfinden einer Geschichte ist ein kreativer Prozess. Man kann die Reihenfolge seiner Einfälle nicht erzwingen. Meistens ist mein Planungs-Prozess nicht einmal abgeschlossen, wenn ich zu schreiben anfange. Ich gehe immer wieder zurück und ändere meinen Geschichten-Plan auch noch während der Schreibphase.

Hier findest du eine Übersicht der einzelnen Themen für die folgenden Wochen. Am Schluss der Artikel findest du je eine Aufgabe, die du in der jeweiligen Woche gerne bearbeiten kannst, um am Ende für den Start deines Schreibentwurfes bereit zu sein.

Heute geht es um einen allgemeinen Überblick. Du lernst die 5 Elemente des Geschichten-Planens grob kennen und ich hoffe dich zur 50’000-Wörter-in-30-Tagen-Challenge im November zu überreden.

Plane deinen eigenen Fantasy Roman: Aber was ist ein Geschichten-Plan bzw. eine Outline?

Als Erstes machen wir einen Schritt zurück und fragen uns, was ein Geschichten-Plan genau ist. Eigentlich ist damit die Outline gemeint: die Outline kommt aus dem Englischen und steht für eine Romanskizze. Eine Outline stellt einen Umriss des eigentlichen Textes dar. Du bereitest deine Geschichte vor und machst dir Gedanken zu Plot, Charaktere und Setting.

Anstatt einfach drauflos zu schreiben (das ist zwar auch möglich, gehört aber grundsätzlich nicht zu meinen Methoden), kannst du während dem Schreibprozess einem Plan folgen. Diesen nenne ich persönlich lieber Geschichten-Plan anstatt Outline, gemeint ist aber das Gleiche.

In dem Artikel „Wie du deinen eigenen Fantasy Roman schreibst: eine Übersicht“ siehst du, in welcher Phase der Geschichten-Plan beim Entwickeln eines Romanes steht.

Die 5 Elemente des Geschichten-Planens

Die 5 Elemente des Geschichten-Planens
Die 5 Elemente des Geschichten-Planens (oder auch: Outlinings) sind: die Grundlagen, der Plot, das Setting, die Charaktere und die Geschichte.

Die Grundlagen

Die Basis des Geschichten-Planens oder Outlinings sind die Grundlagen deines Romans. Damit sind u.a. folgende Merkmale gemeint: die Grundidee deiner Geschichte, das Genre, die Erzählperspektive und -zeit, der Titel und der Hauptkonflikt. Die Grundidee deiner Geschichte stellt den Kern dar: Was passiert und um was geht es in deinem Roman? Hier kannst du anknüpfen und Stück für Stück deinen Geschichten-Plan aufbauen.

Der Plot

Der Plot (oder auf Deutsch: die Handlung) beschreibt, was in deinem Roman geschieht. Duden online definiert die Handlung wie folgt: „Abfolge von zusammenhängenden, miteinander verketteten Ereignissen, Vorgängen, die das dramatische Gerüst einer Dichtung, eines Films oder dergleichen bildet“.(Quelle: Handlung, Duden online, abgerufen am 05.09.2020 von https://www.duden.de/rechtschreibung/Handlung)

Für das „Plotten“ von Geschichten gibt es zahlreiche Hilfsmittel, Handbücher, Vorlagen und Checklisten. Jeder Schriftsteller hat wohl seine eigene Vorlieben. Du kannst verschiedene Hilfsmittel kombinieren, dich auf eines beschränken oder du verzichtest ganz darauf. Mit der Zeit wirst du merken, welche deine bevorzugte Methode ist.

 

HILFE FÜR DAS PLOTTEN: MASTERPLOTS

Ein Beispiel für ein solches Hilfsmittel sind die Masterplots. Ronald B. Tobias hat in seinem Buch „20 Masterplots – Die Basis des Story-Building in Roman und Film“ unterschiedliche Masterplots entwickelt, in die man existierende Werke einteilen kann. Es sind Prototypen, die dazu dienen, den eigenen Plot zu entwickeln.

Die Entwicklung dieser 20 Masterplots als Prototypen ist wirklich interessant. Ich würde die Masterplots aber nicht als Anleitung sehen, sondern als Anreiz, dich von bestehenden Geschichten inspirieren zu lassen und sie als Referenzen zu verwenden, natürlich ohne sie zu kopieren.

 

HILFE FÜR DAS PLOTTEN: PLOTSTRUKTUREN

Ein weiteres Hilfsmittel für das Plotten von Geschichten sind unterschiedliche Arten von Plotstrukturen. Das sind Vorlagen oder Schablonen für die Abfolge verschiedener Handlungselemente. Grundsätzlich sind die meisten Plotstrukturen ähnlich aufgebaut. Sie weisen nur einen kleineren oder grösseren Detaillierungsgrad auf.

Bekannte Beispiele dafür sind u.a: Die 3-Akt-, 4-Akt- und 5-Akt-Struktur, das 7-Punkte-System, die Schneeflockenmethode, die Heldenreise usw.

Das Setting

Das Setting (oder auf Deutsch: der Schauplatz) ist der Ort, wo die Handlung stattfinden. Damit ist nicht nur ein physischer Platz gemeint, sondern auch die Zeit, in der die Geschichte spielt. Beide Eigenschaften – also Ort und Zeit – bestimmen die Stimmung der Erzählung und können vergangen, aktuell oder erfunden sein. Eine Geschichte kann z.B. in der Zukunft stattfinden oder in einer Parallel- oder Fantasie-Welt.

 

WELTENBAU (MAKROBLICK)

Gerade in Fantasy Geschichten spielt der Weltenbau eine grosse Rolle. Selbst wenn die Story in unserer realen, zeitgenössischen Welt spielt (wie z.B. bei Contemporary Fantasy) ist das Setting erfunden, weil die magischen und übernatürlichen Elemente unsere Realität verändert haben. Deshalb ist der Blick auf die ganze Welt (je nach Geschichte sogar auf das ganze Universum) nötig. Man muss neue Regeln für die Fantasie-Welt festlegen.

Zum Weltenbau gehören Themen wie Gesellschaft und Kulturen, Religionen, Städte und Länder, Politik, Flora, Fauna, magische Systeme und (besonders wichtig) die Vorgeschichte.

 

DIE STADT (MIKROBLICK)

Betrachtet man die unmittelbare Umgebung der Geschichte kann es sich dabei z.B. um eine Stadt (Urban Fantasy Geschichten wie Stadt der Finsternis), eine Schule (Hogwarts wie bei Harry Potter), ein Schiff (Piratengeschichten) usw. handeln. Während die Entwicklung der Welt oft nur Hintergrund-Informationen liefert, hat die unmittelbare Umgebung eine grössere Bedeutung. Hier ist es noch wichtiger, die Struktur, die Vorgeschichte und die unterschiedlichen Elemente zu kennen.

 

EINZELSCHAUPLÄTZE

Geht man noch eine Ebene tiefer, betrachtet man spezifischere Schauplätze wie bestimmte Häuser, einzelne Zimmer oder Läden, eine Bibliothek oder eine Waldhütte. Natürlich muss man sich nicht jeden Einzelschauplatz bis ins kleinste Detail ausmalen. Es geht um die Orte, die für die Geschichte von grosser Bedeutung sind.

Die Charaktere

Die Charaktere oder auch literarische Figuren werden oft als wichtigstes Element eines Romanes beschrieben. Ich denke nicht, dass man entscheiden kann, welches Element des Geschichten-Planens das „Wichtigste“ ist. Aber ich gebe zu, dass die Charaktere eine besondere Bedeutung haben, denn sobald sich der Leser mit den Figuren in der Geschichte identifizieren kann, wird er automatisch davon gefesselt.

 

VERSCHIEDENE ARTEN VON CHARAKTEREN

Die Romanfiguren können in Haupt- und Nebencharaktere unterteilt werden. Die Hauptcharaktere haben eine wichtige Rolle in der Geschichte, während die Nebencharaktere die Erzählung nur unterstützen. Einer der Hauptcharaktere ist der Protagonist. Er oder sie ist die Figur, deren Geschichte erzählt wird. Der Antagonist ist ihr Gegenspieler.

 

HILFE BEI DER ENTWICKLUNG VON CHARAKTEREN

Es gibt unterschiedliche Hilfsmittel, die dich bei der Entwicklung überzeugender Figuren unterstützen. Sehr bekannt sind so genannte Charakterbögen, die anhand verschiedener Fragen komplexe Personen skizzieren. Beispiele für solche Fragen sind die Suche nach der grössten Schwäche oder Stärke.

Persönlichkeitstest, die unterschiedliche Eigenarten von Menschen analysieren, sind ebenfalls eine Möglichkeit zur Charakterentwicklung. Aber egal welche Methode du verwendest, ergründe auch bei den Charakteren deines Romanes ihre Vorgeschichte. Wenn du die Vorgeschichte einer Figur nicht kennst, dann kennst du auch die Figur nicht.

Die Geschichte

In der Geschichte kommen alle Elemente zusammen. Während der Plot aufzeigt, was in deinem Roman geschieht, wird ein Text erst zu einer Geschichte, wenn klar wird, weshalb etwas geschieht und wieso es für die Figuren von Bedeutung ist (Charakter-Ebene). Die Geschichte beginnt, wenn Handlungs-, Schauplatz- und Charakter-Ebenen verschmelzen.

Preptober und NaNoWriMo 2020

Was ist NaNoWriMo?

NaNoWriMo steht für „National Novel Writing Month“ und ist (kurz gesagt) eine nonprofit Organisation, die jeden November eine Schreibchallenge organisiert: Schreibe 50’000 Wörter in 30 Tagen. Aber das ist nicht alles, was die Organisation macht. Sie bieten auch Schreibmotivation und Schreibtipps an. Informiere dich selbst auf ihrer Seite nanowrimo.org.

Was ist Preptober?

Als Preptober wird der Oktober vor dem NaNoWriMo (also vor November) bezeichnet. Es ist der Monat, in dem die Teilnehmer ihr Schreibprojekt vorbereiten (auf Englisch: to prep). Mir persönlich reicht ein Monat nicht, um eine neue Geschichte zu planen. Ich fange mindestens schon im September damit an. Deshalb startet die Artikel Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“ auch am ersten September-Wochenende.

Wieso du dieses Jahr beim NaNoWriMo mitmachen solltest:

Wochenaufgabe #0

Konnte ich dich überzeugen? Machst du dieses Jahr beim NaNoWriMo mit und planst mit mir jetzt deine Geschichte?

Ich hoffe, dich zum Teilnehmen überredet zu haben. Um deinen Roman vorzubereiten lautet die Aufgabe für diese Woche: Finde die Grundidee für dein Schreibprojekt. Worum geht es in deiner Geschichte? Hast du vielleicht schon Ideen für Charaktere oder für gewisse Szenen?

Schreibe alle Gedanken auf, die du hast. So wird es dir nächste Woche leichter fallen, die Grundlagen deines Textes zu entwickeln. Teile deine Ideen gerne auf Instagram oder hier in den Kommentaren mit mir. Ich bin schon gespannt.

Wenn du möchtest kannst du gleich hier im Artikel über die Grundlagen beim Planen eines Fantasy Romans weiterlesen.

Ansonsten wünsche ich dir eine fantastische Woche!

Dir hat der Artikel gefallen?
Dann poste doch einen Screenshot davon in deiner Instagram Story oder teile ihn direkt über die unten stehenden Buttons. Ich freue mich immer darüber, wenn ich einer anderen Person weiterhelfen konnte.

Teile den Artikel mit deinen Freunden:

Schreibe einen Kommentar